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Mammografie-Screening auf den Prüfstand?

Wieder haben sich, nach Informationen von www.netdoktor.de, Kritiker des Mammografie-Screenings zu Wort gemeldet: In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „British Medical Journal“ zweifeln Forscher jetzt die Wirksamkeit der Reihenuntersuchung an, die in Deutschland einen etwa dreistelligen Millionenbetrag verschlingt. Ihre These: Die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs sank auch in den Ländern um annähernd gleiche Werte, in denen das Screening erst 10 bis 15 Jahre später eingeführt worden war. Am meisten profitierten sogar Frauen zwischen 40 und 49 Jahren – und in dieser Altersgruppe führen die meisten Länder kein standardmäßiges Screening durch. Verantwortlich für die sinkende Sterblichkeit bei Brustkrebspatientinnen seien vor allem verbesserte Therapien und ein effizienteres Gesundheitssystem, so die Autoren.

Internationale Studien stützen diese These: Sie zeigen, dass von 2.000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die über zehn Jahre zum Screening eingeladen werden, nur eine Frau weniger an Brustkrebs stirbt. Stattdessen besteht die Gefahr, dass Patientinnen unnötig zu Brustkrebspatientinnen und damit übertherapiert werden, deren Brustkrebs ohne Screening nicht auffällig geworden wäre.

Einige Experten raten jetzt, das Mammografie-Screening grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen, während andere meinen, man solle nicht gleich das Kind mit dem Bad ausschütten. Frauen, die eine Einladung erhalten, sollten sich auf jeden Fall sehr genau über Nutzen und Risiken der Mammografie informieren.

Weitere Informationen: Themenspecial „Brustkrebs“ unter http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Brustkrebs/