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Gefahr für Patienten durch zu viele Medikamente

Menschen, die zu viele verschiedene Tabletten einnehmen müssen, droht aufgrund möglicher Wechselwirkungen Gefahr
Foto: dpa
Menschen, die zu viele verschiedene Tabletten einnehmen müssen, droht aufgrund möglicher Wechselwirkungen Gefahr
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Patienten mit mehreren Erkrankungen droht Gefahr von Medikamenten, wenn Ärzte nicht gut zusammenarbeiten. Manche vor allem ältere Patienten erhielten bis zu 20 Wirkstoffe gleichzeitig.

Das sagte der Mediziner Prof. Jürgen Schölmerich beim Internistenkongress (10. bis 14 April) in Wiesbaden. Oft würden sie von mehreren Ärzten gegen verschiedene Krankheiten verschrieben. Wie die Medikamente miteinander wirken und im Körper abgebaut werden, "das kann kein Arzt mehr alles auswendig wissen". Dazu verwies der Experte auf eine neue Studie von der Notaufnahme der Universitätsklinik Toulouse in Frankreich. Danach war bei gut acht Prozent der Patienten über 65 Jahren der Medikamenten-Mix die Ursache für die Beschwerden.

Schölmerich mahnte einen intensiven Informationsaustausch zwischen Internisten, Pharmakologen und Ärzten anderer Fachrichtungen an, um unerwünschte oder sogar tödliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Die behandelnden Ärzte sollen ein- bis zwei Mal pro Woche bei jedem Patienten die Liste ihrer Arzneimittel durchgehen und prüfen, ob sie sich miteinander vertragen und überhaupt noch alle nötig sind. Außerdem gebe es inzwischen Computerprogramme, die über mögliche Wechselwirkungen informierten.

Gefährlich für Patienten können zudem Verwechslungen von Medikamenten werden. Dazu zitierte der Mediziner Prof. Gerhard Walter Sybrecht eine europäische Studie, nach der auf Intensivstationen pro 100 Patiententage 75 solcher "Ereignisse" gefunden wurde. Knapp ein Prozent der untersuchten Patienten erlitt einen bleibenden Schaden oder starb als Folge eines Medikationsirrtums. Inzwischen liege eine Empfehlung der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) für die einheitliche Gestaltung von Spritzenetiketten vor, die Verwechslungen vorbeugen könne. Danach sollen Medikamente bestimmter Wirkungsgruppen wie Hypnotika bestimmte Kennfarben erhalten.