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Berlin gegen den Schlaganfall

Karl Max Einhäupl (Charité), Gesundheitsminister Philipp Rösler und Berlins Wissenschafts-Staatssekretär Hans-Gerhard Husung
Foto: Alexandra Marschner
Karl Max Einhäupl (Charité), Gesundheitsminister Philipp Rösler und Berlins Wissenschafts-Staatssekretär Hans-Gerhard Husung
Foto: Alexandra Marschner
In der Hauptstadt trifft im Durchschnitt 18 Menschen täglich ein Gehirnschlag. Sechs davon werden sofort zur Klinik transportiert und schon unterwegs behandelt. Wer zwischen den ersten Symptomen und der ärztlichen Hilfe weniger als drei Stunden verliert, hat Chancen, mit leichten Behinderungen davon zu kommen.

Für zwei Drittel der Betroffenen gilt das nicht, da man dazu neigt, den schmerzfreien Schlag und seine Symptome zu missdeuten. Die sechs von 18, die nicht sofort sterben, werden zum Pflegefall. Darum hat die Berliner Schlaganfall Allianz, bestehend aus Akteuren der Gesundheitsforschung, -politik und der Feuerwehr, gestern eine Kampagne gestartet, die nach erfolgreichen Aktionen in Hannover und Hamburg nun in Berlin flächendeckend das „Handlungswissen“ vergrößern soll.

Prof. Matthias Endres, Leiter der Neurologie der Charité, berichtet, dass aus einem gezielt vorinformierten Bezirk „zumindest die Frauen“ den Praxistest bestanden hätten: Sie wählen häufiger 112, sobald
  • jemand in ihrer Umgebung Taubheit in den Gliedern bemerkt, so dass er etwa den Arm nicht mehr heben kann,
  • ein Mundwinkel herunter hängt oder
  • jemand ganz unverständlich spricht.
Statistisch gesehen werden deshalb Frauen auch schneller eingeliefert.  Über die Hälfte der vom Schlag Getroffenen ist weiblich. Bei Frauen sind in der Regel größere Hirnareale betroffen. Genderspezifische Aktionen sind von der Allianz aber nicht geplant.