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Anna Fischer-Dückelmann

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Anna Fischer-Dückelmann wurde am 5. Juli 1856 in Tragwein/Niederösterreich als Tochter des k. u. k. Oberstabsarztes Dr. med. Friedrich Dückelmann geboren. Der Arztberuf war in der Familie seit Generationen Tradition.

Die selbstbewusste Anna heiratete ohne elterliche Einwilligung den Philosophen Arnold Fischer und zog mit ihm nach Frankfurt, wo er als Redakteur beim Frankfurter Tageblatt arbeitete.
Sie bekam drei Kinder, entschloss sich mit 34 Jahren mit ihrem beruflich erfolglosen und gesundheitlich angeschlagenen Mann nach Zürich umzusiedeln und Medizin zu studieren. 1896 promovierte sie und übernahm von 1897 - 1914 eine Praxis als Frauen- und Kinderärztin in Dresden.

Nach ihrer Überzeugung war es Aufgabe gerade der weiblichen Ärzte, "das volle Vertrauen der Patienten zu gewinnen, indem sie sich auf ihn einstellen, ihm Sonne und Frohsinn entgegenbringen".

Anna Fischer-Dückelmann hatte in ihrem schön gelegenen Haus auf dem Weißen Hirsch in Dresden viele Künstler und Wissenschaftler zu Gast. Als Verfechterin einer gesunden Ernährung, eine der ersten Verkünderinnen der Diät, lebte sie selbst streng vegetarisch.

1901 erschien ihr Bestseller „Die Frau als Hausärztin – ein ärztliches Nachschlagebuch für die Frau“. Dieses „goldene Familienbuch“ versprach umfassenden Rat in allen Fragen des weiblichen Lebens. Körper, Geist, Lebensweise, Moral wurden ebenso angesprochen wie die Tabuthemen Homosexualität, Ehebruch, sexuelle Verweigerung.Das Buch erschien bis in die 70er Jahre in zahlreichen, immer wieder neu bearbeiteten Auflagen mit vielen Millionen 1,4 Millionen Ausgaben.

Anna Fischer-Dückelmann starb 1917 im Alter von 61Jahren in Ascona. Sie hatte sich hier in der Nähe auf dem Monte Verita 1913 ein Grundstück gekauft. Sie wollte hier nach dem Krieg ein Sanatorium einrichten.

Die unvollendeten Manuskripte „Seelenleiden der Frau in Liebe und Ehe“ und „Die Autosuggestion“ wurden von ihrer Tochter Elsa v. Golfieri weiterbearbeitet und veröffentlicht.

Veröffentlichungen:

  • Die Geburtshilfe vom psychiatrischen Standpunkt für Ärzte und Gebildete aller Stände (1898)
  • Das Geschlechtsleben des Weibes (Berlin 1900)
  • Die Frau als Hausärztin (Stuttgart 1901, 1908 (Abb.), 1917, 1954)
  • Der Geburtenrückgang (1914)